Mit Headquarter am Fuße des Hochobir, Dependancen in Wien und Berlin agieren drei Bildende Künstler und Musiker (respektive Musikliebhaber) mit dem Ziel, eine Künstlergruppe wie eine Band zu betreiben. Jeder für sich und alle zusammen nützen synergetische Aspekte in der künstlerischen Arbeit und erlauben sich, dabei auch Spaß zu haben. Seit der Gründung 2004 verunstalten sie mit wechselnden geladenen Gästen auf Wunsch Räume, die nicht immer Kunsträume sein müssen, setzten Malerisches und Objekthaftes ins Bild, experimentieren mit zeitgenössischer Musik und Neuen Medien. In loser Ateliergemeinschaft entstehen Ausstellungskonzepte und Performances, die mit Leichtigkeit und Ironie die künstlich gezogenen Grenzen zwischen den Kunstrichtungen sprengen. 2005 liefern Sie einen musikalischen Beitrag (CD olle nigs, im Rahmen von „Koroska Incognita“) zur Zweisprachigkeit ihres Heimatlandes, touren inklusive künstlerischem Gefährt nach Bozen, gehen auf und in den Hochobir, verlassen (valossn) Ausstellungsräume von Klagenfurt bis Wien, und planen solcherart, auch weiterhin ständig on tour zu sein.
Seither hat die Kunstsportgruppe, die da sind: RICHARD KLAMMER, HEIKO und UWE BRESSNIK, und seit Feber 2007 als neues Bandmitglied Partick Pilsl alias MARTIN DEAN aus Berlin, diverse Kunsträume erfolgreich „verunstaltet“ und erweitert ihr Repertoire ständig um neue künstlerische Ansätze. Ateliergemeinschaften gibt es viele, Kunstportgruppen jedoch nur eine, eine ganz besondere, die davon lebt, dass sie sich in immer neuen Konzepten und Leidenschaften über die ohnehin künstlich gezogenen Grenzen der Kunstrichtungen hinweg setzt.
KUNST-SPORT-GRUPPE-HOCHOBIR KUNST….., weil alle ordentlichen Mitglieder tatsächlich auch Kunst studiert haben. Richard Klammer an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Markus Prachensky, die Gebrüder Bressnik an der Hochschule für Angewandte Kunst bei Peter Weibel und Oswald Oberhuber und Martin Dean, das neues Mitglied, hat seine Grafikausbildung in Berlin erhalten und ist als Musiker und bildender Künstler sozusagen eine Idealergänzung. …..
SPORT….. vermutlich deshalb, weil sie alles was sie tun sportlich auffassen, im Sinne von Spaß, Aktion und Engagement und vor allem weil sie es als…GRUPPE tun.
Und schließlich HOCHOBIR weil dies der dominante vom Basislager/Atelier aus zu sehende Berggipfel Kärntens ist. Seit der Gründung 2004 hat die Kunstsportgruppe in Klagenfurt, Berlin, Wien und anderswo Ausstellungen, Aktionen und Interventionen abgehalten. Sie haben im Künstlerhaus Konkurs prophezeit, Ausgleich in der Freihausgasse gefeiert, Humor in Passau bewiesen, Projekte mit dem UNIKUM (Universitätskulturzentrum Klagenfurt) realisiert , CDs und Singles produziert,Videos gedreht , waren bei SOHO in Ottakring vertreten, haben Heuriges in der Kunsthalle Treptow in Berlin gezeigt, haben einige Kunstwerke im Volksgartenpavillion in Wien unabsichtlich„ verloren“ um sie dann im Projekt lost and found wieder auferstehen zu lassen und nebenbei noch Zeit gefunden den Hochobir zu besteigen und die Tropfsteinhöhlen auszumalen. Aufgrund der umfangreichen Kunstproduktion lässt sich jeweils nur ein kleiner (zumeist jedoch hyperaktueller) Ausschnitt dieser vier Ausnahmeerscheinungen der zeitgenössischen Kunst zeigen.
Was sich jedoch immer und überall vermittelt, ist ein Credo, das in etwas so lauten könnte: KUNST IST ZWAR ESSENTIELL, ERNST und WICHTIG, muss aber deshalb noch lange nicht TODERNST sein und! auch Künstler können dabei Spaß haben! Eine Haltung die sich unter anderem in einer Hommage an KURT SCHWITTERS zeigt. In einer der ersten Gemeinschaftsarbeiten seit Martin Dean dazu gestoßen ist, haben sie Wabenbilder zum Thema der Schwittersschen URSONATE geschaffen. Einem der Hauptvertreter des Dadaismus, den sie vermutlich nicht zuletzt wegen seines rebellischen und humorvollen Verhältnisses zur Kunst der 1920er Jahren und eines daraus resultierenden vollkommen neuen KUNSTBILDES, mit einer Gemeinschaftsarbeit ehren. Nomen est omen: Das die Herren das Hochobirkreuz tatsächlich erstbestiegen haben beweist das Video, untermalt mit der eigenwilligen Neuinterpretation eines bekannten traditionsreichen Kärntnerliedes und die malerische Umsetzung auf der Leinwand als MOONWALK auf den Berggipfel sowie die drei silbernen Sterne die sie als “Alpine Sheriffs” an die Balken des Kreuzes befestigten.Und wie sportlich diese Mannschaft ist zeigen eindeutig künstlerisch überarbeitete Schwarzlichtdrucke, die sie bei Ausmalen, Baden und Eissport in den Obirhöhlen überraschen.
Alles in allem ein Einblick in der Welt einer Künstlergruppe: die mit ihrer Kunst beweist, dass sie nicht vor hat sich ein Etikett verpassen zu lassen; die sich nicht um eine Marktnische drängt und/oder dem viel zitiertem “Wiedererkennungswert von Kunst” anheim fällt; die wie eine Band ihre Zelte da und dort aufschlägt und Orte in Kunst und Musikhallen verwandelt und die, nachdem sie nicht vor hat ihr Konzept vor dem Hintergrund des Kunstmarktes zu legalisieren, noch mit Sicherheit viel Überraschendes und künstlerisch Spannendes schaffen wird. Ohne, dass für Sie oder irgendjemanden dabei Langeweile aufkommt.
Ulli Sturm 2007